Wenn Geschichte authentisch wird

10. Dez 2025

Wenn Geschichte authentisch wird

Besuch der Gedenkstätten in der Wewelsburg

Die Klassen FSP3iB der Fachschule Sozialpädagogik und FO2C Fachoberschule Gesundheit und Soziales waren die ersten Gruppen vom Berufskolleg Olsberg, die am 18.11.2025 zur Wewelsburg gefahren sind. Vermittelt hat den Besuch die Gruppe „Chai“. Sie engagiert sich gegen Antisemitismus und Rassismus und setzt sich für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde ein.
Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Mareike Antepoth, einer Museumspädagogin an der Wewelsburg. Durch ihre Fotografien und Erzählungen wurde die Geschichte der Orte greifbar. Dies geschah zuerst am Torhaus zum Konzentrationslager Niederhagen. Bis zur Bushaltestelle zog sich der Bereich, dort standen überall Baracken, es gab Wachtürme und Stacheldraht. Das Torhaus bezeichnete für viele Menschen den Beginn einer langen Leidensgeschichte.
Mit der Gruppe ging es danach zu einem Mahnmal, lauter Dreiecke aus Stein. Andere, auf der Häftlingskleidung geheftete Dreiecke, teilten die Menschen in Gruppen ein, fast ausnahmslos Männer, vor allem aus Russland, aber nicht nur von dort. Vielfarbige Dreiecke, die die sogenannten „Politischen“ bezeichneten, die Juden, die Homosexuellen, die Zeugen Jehovas. So viele Leben, so viele Tote, so viele unterschiedliche Lebensgeschichten. Sie standen auf dem Appellplatz, bevor es zum Arbeitseinsatz ging.
In der Wewelsburg, einst von Heinrich Himmler zum zentralen Kultort der SS erwählt, hörten die Schülerinnen und Schüler die Aufnahmen der Überlebenden, Videoaufnahmen und einfache Tonaufnahmen. Ruhig und beinahe sachlich erzählten sie von den alltäglichen Schikanen, von der Allgegenwart des Todes. Sie hatten überlebt, Tausende sind gestorben, sie konnten beides nicht begreifen.
Dass die Wahl auf die Wewelsburg fiel, war ein Zufall, wie auch, dass in den Boden im Nordturm ein Ornament eingearbeitet wird, das an eine Sonne erinnert, deren Strahlen Runen gleichen. Die geplante Anlage dokumentiert den Größenwahn der Nationalsozialisten, er ist eine eindringliche Mahnung. Und an dem Ort bekommt sie ein besonderes Gewicht, sie begegnet uns in den Stimmen und Bildern der Menschen, die hier gelitten haben und gestorben sind, die an diesem Ort überlebt haben und die oft genug nicht ins Leben zurückgefunden haben. Und wenn viele auch nicht mehr reden können, so erzählen doch die Steine die Geschichte ihres Leidens. Kein Film, kein Buch kann das so eindrücklich vermitteln, darum sind diese Fahrten durch nichts zu ersetzen.

Wewelsburg FSP 2
Wewelsburg FSP 3
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